Wandern in der sächsischen Schweiz – meine Highlights

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Schon bei meinem ersten Besuch hat die Sächsische Schweiz mich absolut in ihren Bann gezogen. Mit jedem Schritt in den Nationalpark hinein, fühlt man sich mehr und mehr in einer anderen Welt. Irgendwie magisch.

Bisher habe ich mir immer den Herbst für einen Besuch in der Sächsischen Schweiz ausgesucht und war jedes Mal begeistert von den wunderschönen warmen Farben der Natur – gepaart mit den eindrucksvollen Felsformationen kommt man aus dem Staunen kaum noch heraus.

Die Sächsische Schweiz eignet sich sowohl für einen Pärchenurlaub als auch für ein Wanderwochenende mit Familie oder Freunden. Sabrina und ich haben zusammen schon einige schöne und abenteuerliche Erlebnisse in der Region des Elbsandsteingebirges erlebt. Für euch habe ich hier meine Highlights zusammengefasst.

Sonnenuntergang auf dem Carolafelsen

Für den ersten Abend haben wir uns den Carolafelsen ausgesucht, um von dort aus den Sonnenuntergang anzuschauen. Dazu haben wir auf einem Wanderparkplatz im Kirnitzschtal geparkt. Von hier aus geht es dann recht entspannt über einen Wanderweg in den Wald hinein. Wir sind immer den Schildern Richtung Carolafelsen gefolgt und haben zur Orientierung unsere Karten-App auf dem Handy verwendet. Nach einigen Kurven erscheint das Schild zur „Wilden Hölle“. Dieser Weg bedeutet Abenteuer pur – denn er gleicht eher einem Klettersteig als einem Wanderweg. Es geht steil bergauf, über hohe Steintreppen, schmale Felsvorsprünge und vorbei an schroffen Felswänden. Hier braucht man auf jeden Fall beide Hände frei und festes Schuhwerk. Ich persönlich mag solche Routen und Wege, die abseits der normalen Wanderwege liegen, sowieso am liebsten.

Oben angekommen ist es dann nicht mehr weit zum Carolafelsen. Hier wurden wir von einer unfassbaren Aussicht über den Wald und die vielen Felsen des Nationalparks begrüßt. Und während wir so da saßen und sprachlos in die Ferne blickten, färbte sich das Licht und somit der Wald ganz langsam von einem warmen Gelb in ein Feurrot. Ein einmaliger Augenblick und einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich je beobachten durfte. Ich glaube, die Bilder sagen da mehr als Worte.

Achtet beim Abstieg darauf, dass ihr entweder früh genug wieder aufbrecht, um im Hellen wieder hinunter zu steigen oder eine Stirnlampe dabei zu haben. Wir konnten uns von dem Naturschauspiel viel zu spät losreißen, sodass uns ein sehr abenteuerlicher Abstieg im Halbdunkeln bevorstand. Pünktlich zur totalen Finsternis haben wir es dann zum Auto geschafft – da würden wir beim nächsten Mal besser drauf vorbereitet sein, auch wenn wir im Nachhinein betrachtet immer noch gerne über die Situation lachen, wie wir im dunklen Wald umhergeirrt sind.

Die ungefähre Route findest du HIER.

Da wir zum Sonnenuntergang unterwegs waren, sind wir diese Route nur bis zum Carolafelsen gelaufen und von dort wieder zurück zum Parkplatz.

Sonnenaufgang am Kuhstall

Eine Sonnenaufgangswanderung gehört meiner Meinung nach auf jede Bucketlist. Mitten in der Nacht im Dunkel aufbrechen, während alles noch schläft um dann die ersten Sonnenstrahlen über den Baumwipfeln zu sehen und zuzuschauen, wie die Sonne langsam das Tal erhellt. Am liebsten an einem schönen, ruhigen Ort mit Ausblick und Kaffee in der Hand. Traumhaft!

Genau das wollten wir erleben. Und da wir uns schon mehrmals für den Sonnenaufgang aus dem Bett gequält hatten wussten wir, dass es sich wie immer absolut lohnen wird und wir es nicht bereuen werden. Der Herbst eignet sich hervorragend dafür, da die Sonne nicht mehr allzu früh aufgeht. Am besten brecht ihr dafür eine Stunde vor Sonnenaufgang auf, um rechtzeitig am Ziel zu sein, wenn die ersten Sonnenstrahlen sich ihren Weg bahnen.

Unser Ziel für den Sonnenaufgang war diesmal der sogenannte „Kuhstall“. Starten könnt ihr dafür wieder an der Kirnitzschtalstraße, z.B. am Lichtenhainer Wasserfall. Der Weg führt auch zunächst über einen Waldweg, der immer steiler wird und schließlich auch in Felsen und Steintreppen übergeht. Der Aufstieg ist trotzdem relativ leicht machbar.

Mit jeder Minute wurde es etwas heller, weshalb wir ziemlich zügig Richtung Ziel wanderten und den Kuhstall gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang erreichten. Der Kuhstall ist ein sehr großes Felsentor, das wie ein Rahmen auf die dahinterliegende Aussicht auf die Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges wirkt. Von dort geht es durch eine sehr enge Felsspalte über die Himmelsleiter hinauf, wo eine noch traumhaftere Aussicht wartet.

Hier lässt es sich wunderbar Pause machen, Kaffee trinken und frühstücken und einfach die Stille genießen. Wenn man dann dabei zuschaut, wie die Welt ganz langsam aufwacht und den Geräuschen der Natur und der Tierwelt lauscht, verspürt man einfach nur noch Glücksgefühle und die Müdigkeit ist wie weggeblasen.

Eine ungefähre Route findest du HIER.

Kleiner Winterberg

Nach unserer Wanderung zum Kuhstall wollten wir die Gegend noch weiter erkunden. Deshalb sind wir von hier auf direktem Wege zum Kleinen Winterberg gelaufen. Hier führte der Weg auch zunächst über einen Waldwanderweg, bis es schließlich über super viele Treppenstufen immer weiter den Berg hinauf geht. Oben angekommen biegt man links ab und folgt dem Weg bis zur Aussichtsstelle am Kleinen Winterberg.

Die Aussicht ist auch hier wieder einfach nur überragend. Wir kletterten über die Felsen und verbrachten unsere Mittagspause hier, machten ein paar Fotos und waren einfach nur überwältigt, glücklich und dankbar über diesen wunderschönen Fleck Erde. Wenn man so da sitzt und den Blick über das Tal in die Ferne schweifen lässt, steht gefühlt die Zeit still und alle Sorgen kommen einem so klein vor.

Auf dem Rückweg ins Tal lohnt sich eine Pause bei der Idagrotte, eine Höhle an der Ostseite des Friensteins, die wieder atemberaubende Ausblicke bietet. Die Tour vom Kuhstall, über den Kleinen Winterberg, vorbei an der Idagrotte und zurück zum Campingplatz hat uns einen ganzen Tag Zeit gekostet, da wir uns überall ausgiebig Zeit zum genießen genommen haben. Schließlich kamen wir passend zum Sonnenuntergang an unserem Camper an.

Die ungefähre Route findet ihr HIER.

Bastei Brücke & Rundweg durch die Schwedenlöcher

Ein Must-See in der Sächsischen Schweiz ist natürlich die Bastei Brücke. Auch wenn sie um einiges bekannter und touristischer ist als der Rest der Anlaufpunkte im Elbsandsteingebirge, sollte man es sich nicht entgehen lassen, der Brücke einen Besuch abzustatten. Allein die Umgebung dort ist aufgrund von Gaststätten und einem riesigen (Bus-)Parkplatz weniger idyllisch als bei den anderen Orten und man ist nur selten alleine dort, dennoch hat sich unser Besuch hier sehr gelohnt. Die Aussichtsplattformen rundherum bieten einen spektakulären Blick auf die Bastei Brücke, hohe Felsformationen, über das Tal und die Elbe.

Besonders empfehlen kann ich den Besuch zum Sonnenaufgang. Besonders wenn es in der Nacht geregnet hat, bietet sich hier ein magischer Anblick, wenn der Nebel aus dem Tal hochsteigt und die Sonne den Nebel in ein goldenes Licht hüllt. Nehmt euch dafür ein warmes Getränk nimmt, sucht euch einen schönen Platz an einem der Aussichtspunkte auf die Bastei und wartet ab, was die Natur euch für ein Schauspiel bietet. Einfach unvergesslich!

Von hier aus lohnt sich der Rundweg durch die Schwedenlöcher Richtung Amselsee. Der Weg durch die Schwedenlöcher ist super abenteuerlich – es geht durch schmale Gassen, hohe mit Moos bewachsenen Felsschluchten und über steile Treppen durch den wunderschönen Wald. Ein Weg, auf dem es auf keinen Fall langweilig wird und man aus dem Staunen über die beeindruckende Natur kaum herauskommt.

Unten angekommen lädt der Amselsee zu einer kleinen Pause oder einer Bootsfahrt ein, bevor es dann weiter den Berg hinauf zur Bastei geht.

Die ungefähre Route findet ihr HIER.

Unterkünfte:

Im Gebiet der Sächsischen Schweiz gibt es viele kleine Pensionen, AirBnBs oder auch Campingplätze, wo ihr die Nacht verbringen könnt. Bei unserem ersten Aufenthalt haben wir in einer sehr süßen kleinen Wohnung in einem kleinen Häuschen im Garten einer netten Familie verbracht. Die Wohnung haben wir über AirBnB gebucht. Hier konnten wir super den Abend nach der langen Wanderung mit einem leckeren, selbstgekochtem Essen ausklingen lassen.

Bei unserem zweiten Besuch waren wir mit dem Camper unterwegs und haben auf dem schönen Campingplatz Kleine Bergoase übernachtet. Von hier aus konnten wir zu Fuß Richtung Kuhstall, Kleiner Winterberg und so weiter aufbrechen, was sehr praktisch war.

Tipps & Hinweise

  • Da der Handyempfang in der Sächsischen Schweiz oft zu wünschen übrig lässt, würde ich euch empfehlen euch vorher Karten für die Offline Nutzung herunterzuladen. Ich nutze dafür gerne die App Komoot und Google Maps. So stellt ihr sicher, dass ihr immer Zugang zu der Wegbeschreibung habt und könnt gleichzeitig sehen, wo ihr euch gerade befindet.
    (Unbeauftragte Werbung)
  • Zieht euch für die Wanderungen auf jeden Fall festes Schuhwerk an. Die Wege sind oft sehr steinig und wenn es mal regnet, können die Steine sehr rutschig werden.
  • Packt euch genügend Proviant ein, wenn ihr eine Tageswanderung plant. Müsliriegel, Smoothies, Brötchen, Wraps und vor allem Nudelsalat eignen sich beispielsweise bestens für Stärkungen zwischendurch. Für uns war auch immer eine Thermoskanne mit einem warmen Getränk goldwert, vor allem wenn es zum Sonnenaufgang noch recht kalt ist.
  • Nehmt für Sonnenuntergangs und -aufgangswanderungen am besten eine Stirnlampe mit. Vor allem abends wird es sehr schnell dunkel und ihr braucht oft beide Hände.
  • Bitte beachtet, dass das gesamte Gebiet ein Nationalpark ist und geht dementsprechend sorgfältig mit der Natur um. Lasst euren Müll nicht liegen und sammelt im besten Fall noch Müll ein, wenn ihr welchen seht. Nur so kann die schöne Natur so lang wie möglich erhalten und für Wanderer zugänglich bleiben.
  • Bitte überschätzt nicht eure Fähigkeiten und überlegt immer sorgfältig, bevor ihr ein Risiko eingeht. Die tollen Felszungen laden immer dazu ein, sich an den Rand zu setzen, die Füße baumeln zu lassen oder sogar über Felsspalten zu springen oder zu klettern. Denkt immer daran, dass es viele Meter in die Tiefe geht und ihr damit euer Leben aufs Spiel setzt – und das ist kein Instagram Foto der Welt wert.

    Für weitere Routen in der sächsichen Schweiz kann ich euch sehr den Blog von der lieben Isabel @venividiwander empfehlen.

Fakt ist, dass ich noch lange nicht alles in der Sächsischen Schweiz gesehen habe und es noch so viel zu entdecken gibt, sodass ich regelmäßige Ausflüge dorthin plane. Für alle Natur- und Wanderbegeisterten ist das Elbsandsteingebirge wirklich ein tolles Urlaubs- und Ausflugsziel, das man schnell in sein Herz schließt. Ich wünsche euch viel Freude beim entdecken und wenn ihr Fragen habt, schreibt mir wie immer gerne bei Instagram.

  • Sabrina Debus
    23. Oktober 2020

    Immer wenn ich mir die Bilder anschaue, möchte ich sofort wieder hin!!

    • miricujaa
      Sabrina Debus
      23. Oktober 2020

      Das geht mir ganz genauso!

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